Es gibt Worte, die eigentlich verletzen sollen. Worte, die Menschen klein machen, sie in eine Rolle drücken, aus der sie nur schwer wieder herauskommen. „Loser“ ist eines dieser Worte. Für Baumgart wird daraus jedoch etwas anderes: ein Symbol für all die Menschen, die sich nie haben verbiegen lassen.
In seiner Kindheit in Dortmund wird Baumgart früh kreativ und musikalisch aktiv, ist ambitioniert und aufmerksam – und damit in seinen Kreisen oft der Außenseiter: Während alle in der großen Pause Fußball spielen, sitzt Baumgart am Klavier. Und wird dafür komisch angeschaut. Und gemobbed, auch für sein Äußeres. In seinem Song „Loser“ beschreibt er das Gefühl: „Und ich fress immer mehr, weil der Frust mich packt. Fühl mich hässlich und leer, bin so abgefuckt. Schon ganz schön krass, wenn man so jung schon keine Lust mehr hat.“
Nach “Der schlimmste Ort ist in mir drin“ wird „Loser“ Baumgarts zweite Single und erzählt genau von diesen Erfahrungen. Von Mobbing, von dem Gefühl missverstanden zu werden, und von der ständigen Konfrontation mit der Frage, ob man sich anpassen sollte, um endlich dazuzugehören. Doch statt sich davon bestimmen zu lassen, hält Baumgart an dem fest, was ihn antreibt und was er so sehr liebt: Musik machen. Nicht nur als Ausdruck, sondern auch als Weg, sich selbst treu zu bleiben.
Musikalisch knüpft der Song an Baumgarts bisherigen Sound an und entwickelt ihn weiter. Treibende Drums geben dem Track eine klare Richtung, bevor er sich in einer eingängigen Hook öffnet, die sofort hängen bleibt. Die Produktion bewegt sich zwischen modernem Indie und direkter Pop-Energie, während Baumgarts Stimme wie gewohnt nah und ungefiltert bleibt. Die Lyrics gehen dabei direkt unter die Haut, weil sie eine Realität beschreiben, die viele kennen: Mobbing, Ausgrenzung und das Gefühl, nicht in die Welt der anderen zu passen.
Doch „Loser“ bleibt nicht in dieser Schwere stehen und dreht die Perspektive um: aus dem Wort, das früher gegen ihn verwendet wurde, macht Baumgart eine Haltung. Ein „Loser“ ist hier nicht jemand, der verloren hat, sondern jemand, der sich nicht verbiegen lässt. Jemand, der den Mut hat, das zu tun, was er liebt, auch wenn andere darüber lachen.
Der Song wird zu einer Hymne für alle, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Er verwandelt eine alte Beleidigung in etwas Verbindendes. In Mut. In Hoffnung. Und in einen selbstbewussten Mittelfinger an all jene, die jemals versucht haben, jemandem seine Träume auszureden.
Text/Foto: Universal Music
