Barrierefreie Bescherung für Mieter in der Bertolt-Brecht-Straße

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Wobau und Landeshauptstadt übergeben rollstuhlgerechte Rampe zur Leipziger Straße / Anwohnerin Marion Funk sammelte Unterschriften für behindertengerechten Ausbau

Kurz vor Weihnachten ist in der Magdeburger Bertolt-Brecht-Straße ein Geschenk übergeben worden, das lange auf den Wunschzetteln der Anwohnerinnen und Anwohner stand: Der barrierefreie Umbau des Verbindungsweges zur Leipziger Straße wurde nach gut elfwöchiger Bauzeit pünktlich zum Fest fertiggestellt. Nun kommt auch der gute alte Weihnachtsmann ohne große Mühen zu den Mieterinnen und Mietern im Zehngeschosser der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau).

Die Rampe an der Bertolt-Brecht-Straße 8c wird von Alt und Jung seit jeher als kurze Verbindung zur Leipziger Straße genutzt – sei es zum Universitätsklinikum, zur Straßenbahnhaltestelle, zur Apotheke oder zum benachbarten Sanitätshaus. Seit längerem wünschten sich die Mieterinnen und Mieter einen barrierefreien Umbau der alten Rampe. Die war zu steil für Rollstuhlfahrer und Rollatoren.

Mieterin Marion Funk sammelte in der Nachbarschaft sogar rund 80 Unterschriften und ging damit zur Wobau. Bei Kerstin Willenius, Leiterin der Wobau-Geschäftsstelle Süd, und ihrem Team stieß sie auf offene Ohren, die Suche nach einer Lösung begann. Die war nicht ganz einfach, denn für den barrierefreien Ausbau der Rampe mussten zwei weitere Eigentümer ins Boot geholt werden, über deren Grundstücke die Verbindung führt. „In Kooperation mit dem Tiefbauamt und dem Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe der Landeshauptstadt sowie dem angrenzenden Sanitätshaus TOC haben wir eine Lösung gefunden“, sagt Wobau-Geschäftsführer Peter Lackner.

So konnte die Wobau den normgerechten Bau einer gut 35 Meter langen Rollstuhlfahrerrampe organisieren. Heißt konkret: 1,20 Meter Mindestbreite und sechs Prozent Gefälle. Dann klappt’s auch mit Rollstuhl und Rollator. Im Spätherbst dieses Jahres wurden die Arbeiten gestartet.

Wenige Tage vor Weihnachten konnte Marion Funk im Beisein von Wobau-Chef Peter Lackner sowie Steffen Knauft vom Magdeburger Tiefbauamt und Vertretern der Planungs- und Bauunternehmen offiziell zur Eröffnung der neuen Rampe das Band durchschneiden. Sie freute sich über diese vorfristige Bescherung, denn für sie und ihre Nachbarinnen und Nachbarn wird das Leben somit ein Stückchen leichter. Das freut nicht nur mobilitätsbeeinträchtige ältere Anwohnerinnen und Anwohner, sondern auch Eltern mit Kinderwagen.

In „ihrem“ Quartier fühlt sich Marion Funk nun noch wohler: „Ich wohne seit dem Erstbezug 1971 hier. Ich muss sagen: Ich habe tolle Nachbarn und alles, was ich brauche, in der Nähe, ich will hier nicht weg – warum auch?!“, sagt die taffe Seniorin. Wobau-Chef Peter Lackner und Geschäftsstellenleiterin Kerstin Willenius dankten unterdessen der Anwohnerschaft für die Geduld bis zur Umsetzung und das Verständnis für die Beeinträchtigungen während der Baumaßnahme.

Foto Banddurchschnitt: Kerstin Willenius (Wobau), Frank Pfeiffer (Pfeiffer Pflasterbau GmbH), Steffen Knauft (Tiefbauamt), Wobau-Geschäftsführer Peter Lackner, Günter Oeltjen vom gleichnamigen Planungsbüro und Wobau-Mieterin Marion Funk zerschnitten das Band zur offiziellen Freigabe der barrierefreien Rampe zwischen Bertolt-Brecht-Straße und Leipziger Straße. (c) Robert_Richter