Magdeburg. Ende Juni 2023 wurde der Stadtverwaltung die Zerstörung der am Schleinufer aufgestellten Bronzeskulptur „Spielende Kinder“ der Künstlerin Ursula Schneider-Schulz bekannt. Details zu diesem Vorfall des Vandalismus konnten auch durch die Polizei nicht ermittelt werden. Da eine originalgetreue Rekonstruktion der Skulptur aus technischen und urheberrechtlichen Gründen nicht möglich ist, erinnert künftig eine Informationstafel am ehemaligen Standort an das Werk.
Die im Jahr 1974 geschaffene Bronzeskulptur war bis 2023 am Schleinufer zwischen dem Petriförder und dem Elbpegel Strombrücke aufgestellt. Nachdem die Stadtverwaltung am 27. Juni 2023 über die Zerstörung und den teilweisen Diebstahl der Plastik informiert wurde, konnte der genaue Zeitpunkt des Vorfalls und der Tathergang nicht ermittelt werden. Die Reste der zerstörten Bronzeplastik wurden ca. zwei Wochen später demontiert und im Kunstdepot des Fachbereichs Kunst und Kultur eingelagert.
Der Stadtrat hat über den Umgang mit dem beschädigten Kunstwerk beraten und unter anderem die Kontaktaufnahme mit den Erben der 2015 verstorbenen Künstlerin beauftragt sowie die Errichtung einer Erinnerungstafel am Standort, sofern eine Rekonstruktion nicht möglich sein sollte. Recherchen nach dem originalen Gipsmodell der Bronzeplastik, ohne welches ein Nachguss oder eine Rekonstruktion des Kunstwerks technisch aussichtslos und auch nach dem Urheberrechtsgesetz nicht möglich ist, blieben erfolglos. Dem nachfolgend haben die beiden Enkelinnen als Urheberrechtsinhabende der Schaffung eines neuen, dem Original lediglich nachempfundenen Kunstwerks nicht zugestimmt, sondern sich alternativ für den Vorschlag zur Aufstellung einer Erinnerungsstele entschieden.
Die Realisierung der Erinnerungsstele aus Edelstahl erfolgte in enger Abstimmung mit den Erben der Künstlerin. So stammt der Entwurf vom Designer Ulrich Wohlgemuth (ERGO FORM design), der ein enger Vertrauter und Unterstützer der Künstlerin Ursula Schneider-Schulz war. Die Herstellung der technisch anspruchsvollen Einzelanfertigung übernahm die Firma Stahl- und Metallbau Kärsten GmbH. Die Kosten für die Herstellung und Aufstellung in Höhe von ca. 7.200 Euro trägt die Landeshauptstadt Magdeburg als Auftraggeberin auf Grundlage des Stadtratsbeschlusses.
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Foto: Erinnerungsstele für die „Spielenden Kinder“ (c) Landeshauptstadt Magdeburg, Romy Buhr
