Gedenken an NS-Opfer: Magdeburg erhält weitere 36 Stolpersteine / 47. Verlegung an zwei Tagen: 1. und 2. Juli

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Magdeburg. Am 1. und 2. Juli werden in Magdeburg 36 neue Stolpersteine zur Erinnerung an verschleppte und ermordete Magdeburger Jüdinnen und Juden verlegt. Die städtische Arbeitsgruppe „Stolpersteine für Magdeburg“ lädt zu der 47. Verlegung ein, die aufgrund der hohen Anzahl an Stolpersteinen an zwei Tagen stattfindet.
 
Mehr als 875 Stolpersteine liegen inzwischen auf den Gehwegen Magdeburgs – dort, wo Menschen lebten, die nach 1933 gedemütigt, verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. Unter den Opfern waren unter anderem körperlich oder geistig Beeinträchtigte, Zeugen Jehovas, politische Gegner oder Homosexuelle. Doch die meisten Verfolgten, an die erinnert wird, waren Jüdinnen oder Juden. So auch alle Personen, an die bei der kommenden Stolpersteinverlegung erinnert wird.
 
 
Stolperstein-Verlegungen am Mittwoch, 1. Juli 2026
 
10.00 Uhr        Marjene Findling, Johannisbergstr./ Ecke Schleinufer (früher Johannisbergstr. 15a)
 
10.20 Uhr       Familie Frisch, Johannisbergstr./ Einmündung Knochenhauerufer (früher Knochenhauerufer 71)
 
10.45 Uhr       Familie Kohl, Materlikstr. (früher Fürstenstr. 27)
 
11.10 Uhr        Max Spielmann, östlich des Allee-Centers (früher Zeisigbauer 9)
 
11.30 Uhr       Bernhard Wassermann, südwestlicher Abschnitt der Neuen Strombücke (früher Trommelsberg 4)
 
11.55 Uhr       Adolf Gostl, Ernst-Reuter-Allee 24 (früher Kutscherstr. 2)
 
12.20 Uhr       Selma Davidsohn, Max-Otten-Str. 9a/ Eingang Kita (früher Schrotdorfer Str. 16)
 
12.45 Uhr       Ehepaar Rappaport, Rückseite Breiter Weg 123 (früher Dreiengelstr. 1)
 
13.10 Uhr       Ehepaar Schürmann, Breiter Weg 112 (früher Breiter Weg 116)
 
 
 
Stolperstein-Verlegungen am Donnerstag, 2. Juli 2026
 
10.00 Uhr        Familie Caro, am Giebel von Faßlochsberg 31 (früher Kameelstr. 23)
 
10.20 Uhr       Isak Kraut, Südwestecke Mühlenstr./ Neustädter Str. (früher Kleine Storchstr. 6)
 
10.45 Uhr       Ehepaar Finkenstein, Neustädter Str., nahe Seniorenheim (früher Stephansbrücke 24/25)
 
11.10 Uhr        Ehepaar Lachmann, Ecke J.-Bremer-Str./ Jakobstr. (früher Große Marktstr. 16)
 
11.45 Uhr       Felicia Sachs, Hegelstr. 11 (früher Augustastr. 11)
 
12.15 Uhr       Jakob Gortatowski, Anhaltstr. (früher Anhaltstr. 8)
 
12.40 Uhr       Hirsch Lichtenstein, Bahnhofstr. 45
 
13.15 Uhr       Ehepaar Nomberg, Helmholtzstr. 5
 
13.45 Uhr       Familie Bron, Thiemstr. 11
 
 
 
Stolpersteine in Magdeburg

Die Gedenksteine haben eine Messingoberfläche, auf der die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt der Deportation und der Deportationsort eingraviert sind. Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemaligen Wohnhäusern und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus.
 
 
Unterstützung und Finanzierung des Projekts 

Die Finanzierung der Stolpersteine wird wieder durch Spenden aus der Bürgerschaft möglich. Dafür ist die Landeshauptstadt Magdeburg und die städtische Arbeitsgruppe „Stolpersteine für Magdeburg“ sehr dankbar.
 
Es wird herzlich gebeten, durch weitere Spenden die Finanzierung der kommenden Verlegungen abzusichern. Ein Stolperstein kostet 120,00 €, für die Gestaltung des Gedenkblattes für jede Familie fallen 35,00€ an. Insgesamt konnten bereits rund 900 Stolpersteine im Magdeburger Stadtgebiet finanziert werden. Jede Spenderin und jeder Spender wird kontaktiert und zu den Verlegungen eingeladen.
 
Wer spenden möchte, kann dafür die Bankverbindung der Landeshauptstadt Magdeburg bei der Sparkasse MagdeBurg, IBAN DE02 8105 3272 0014 0001 01 nutzen. Als Verwendungszweck ist bitte die Bezeichnung 37994311/Stolpersteine anzugeben. Wer darüber hinaus zusätzlich seine Adresse im Verwendungszweck vermerkt, erhält anschließend eine Spendenbescheinigung.
 
 
Stolpersteine „digital“

Über die App „Stolpersteine digital“ können Interessierte per Smartphone weiterführende Informationen zu Leben und Schicksal der Menschen, deren Namen auf den Steinen verzeichnet sind, abrufen.
 
Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeitenden des Kulturbüros unter der Rufnummer 0391/540 2134 zur Verfügung. Einen regelmäßig aktualisierten Stadtplan mit den Orten der Stolpersteine und weitere Informationen sind im Internet unter https://www.magdeburg.de/stolpersteine verfügbar.

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Foto © Landeshauptstadt Magdeburg, Romy Buhr