Die russische Armee hat am Dienstag eine dreitägige Atomwaffenübung mit zehntausenden Soldaten begonnen. Die bis Donnerstag laufende Übung führten die Streitkräfte „zur Vorbereitung und zum Einsatz ihrer Atomwaffen für den Fall einer drohenden Aggression“ aus, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
An der Übung nehmen den Angaben zufolge mehr als 65.000 Soldaten teil. Laut Ministerium sollen ballistische Raketen und Marschflugkörper abgeschossen werden. Mehr als 200 Raketenwerfer sowie Flugzeuge, Schiffe, U-Boote und Atom-U-Boote sollen demnach zum Einsatz kommen.
Die Übung erfolgt vor dem Hintergrund massiv verstärkter ukrainischer Drohnenangriffe. Russland wurde am Samstag Ziel eines der heftigsten ukrainischen Drohnenangriffe seit Beginn der russischen Offensive vor über vier Jahren. Die Ukraine reagierte damit auf tödliche russische Angriffe auf die Hauptstadt Kiew.
Die Militärübung werde sich auch mit „Fragen im Zusammenhang mit der gemeinsamen Ausbildung und dem gemeinsamen Einsatz von Kernwaffen“ befassen, die in Belarus stationiert seien, teilte das russische Verteidigungsministerium weiter mit. Das Verteidigungsministerium des engen Verbündeten Belarus hatte am Montag ein gemeinsames Militärmanöver bekanntgegeben, bei dem es auch um „Fragen im Zusammenhang mit der Lieferung nuklearer Munition und der Vorbereitung ihres Einsatzes in Zusammenarbeit mit der russischen Seite“ gehen solle.
Russland hat im Ukraine-Konflikt wiederholt mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Im vergangenen Jahr stationierte Russland seine jüngste atomwaffenfähige Hyperschallrakete, Oreschnik, in Belarus. Ende Februar sagte Putin, die Entwicklung der russischen Atomstreitkräfte habe „absolute Priorität“.
In der vergangenen Woche hatte Moskau seine nuklearfähige, interkontinentale ballistische Rakete Sarmat getestet. Seit dem Auslaufen des New-Start-Abkommens zwischen Moskau und Washington zu den russischen und US-Atomwaffenarsenalen im Februar sind die zwei größten Atommächte der Welt formell nicht mehr an eine Reihe von Beschränkungen gebunden.
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Text/Foto: Welt Nachrichtensender am 19. Mai 2026
