Wie verändert das Internet die Partnersuche in Deutschland?

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Noch vor zwanzig Jahren war das Thema Online-Dating in Deutschland fast ein Tabuthema. Wer sich im Internet nach einem Partner umschaute, musste sich rechtfertigen, fast schon entschuldigen. Irgendwie schien das verdaechtig, als ob man im echten Leben gescheitert waere. Heute ist das komplett anders.

Mittlerweile hat fast jeder Dritte in Deutschland schon mal eine Dating-App genutzt.

Aber was hat sich wirklich veraendert? Nicht nur die Technik. Das Netz hat die Art, wie wir ueber Beziehungen, Erwartungen und Integritaet nachdenken, grundlegend umgeformt. Es ist ein gesellschaftlicher Wandel, der sich schleichend vollzogen hat. Frueher war der Radius fuer die Partnersuche oft begrenzt, das Dorf, der Verein, der Arbeitsplatz. Heute kann man morgens in Magdeburg mit jemandem schreiben und abends erfahren, dass derjenige genau die gleiche Lieblingsband hat. Das klingt banal, ist aber eigentlich ziemlich revolutionaer.

Die Qual der Wahl und warum sie uns manchmal laehmt

Ehrlich gesagt hat das Internet die Partnersuche aber auch komplizierter gemacht, und zwar auf eine Weise, ueber die wenig gesprochen wird. Wenn die Auswahl theoretisch endlos ist, faellt das Entscheiden schwerer. Psychologen nennen das Paradox of Choice. Man wischt nach rechts, nach links, noch mal links, noch mal rechts, und irgendwann ist man einfach erschoepft, ohne auch nur ein einziges echtes Gespraech gefuehrt zu haben.

Kennt man doch, oder?

Meiner Meinung nach ist das der groesste Haken an der digitalen Partnersuche. Die Plattformen optimieren fuer Engagement, fuer Zeit auf der App, nicht unbedingt fuer erfolgreiche Verbindungen. Laut einer Statista-Erhebung nutzen ueber 10 Millionen Menschen in Deutschland aktiv Online-Dating-Plattformen, und die Zahl steigt seit Jahren. Das Problem ist also nicht mangelndes Interesse. Es ist die Orientierung innerhalb dieser riesigen Auswahl.

Nischen statt Massenware

Wobei, wenn man ehrlich ist, liegen die besten Matches oft genau dort, wo man gar nicht gesucht hat. Nicht auf der grossen Mainstream-App, sondern auf kleineren, fokussierten Plattformen, wo die Leute schon wissen, was sie wollen. Der Trend geht klar weg von den Alles-fuer-jeden-Loesungen hin zu spezialisierten Angeboten.

Das gilt fuer ernste Beziehungssuche genauso wie fuer Menschen, die einfach unkomplizierte Kontakte suchen, ohne Umwege und ohne wochenlange Small-Talk-Phasen. Plattformen wie Figgmi sprechen genau diese Zielgruppe an. Wer weiss, was er will, und das offen kommunizieren kann, ist hier richtig. Das ist kein Fehler im System, das ist Ehrlichkeit.

Und das ist vielleicht das Gesundeste, was das Internet der Partnersuche gebracht hat. Man kann heute offen sagen, wonach man sucht. Ob Langzeitbeziehung, Freundschaft plus, oder einfach ein schoener Abend. Ohne dabei komisch angeschaut zu werden.

Regional denken, digital suchen

Was viele unterschaetzen: Das Internet hat die Partnersuche nicht nur globaler gemacht, sondern auch lokaler. Klingt widerspruchsvoll, ist es aber nicht. Wer jemanden in der eigenen Stadt sucht, findet heute viel gezielter als frueher. Gerade in der Schweiz, wo die Kantone kulturell doch recht unterschiedlich ticken, macht das einen echten Unterschied.

Wer zum Beispiel im Raum Basel nach erotischen Kontakten sucht, findet ueber sex Basel gezielt Menschen aus der Region, ohne durch Tausende irrelevante Profile scrollen zu muessen. Das spart Zeit und, ganz ehrlich, auch Nerven.

Was bleibt, ist der Mensch

Bei allem technischen Wandel bleibt eine Sache konstant. Das erste echte Treffen, das erste Gespraech von Angesicht zu Angesicht, entscheidet immer noch alles. Kein Algorithmus der Welt kann das ersetzen.

Das Internet bringt uns naeher zusammen, aber den Rest muessen wir selbst erledigen.

Ich wuerde sagen, das ist eigentlich eine gute Nachricht. Die Technologie nimmt uns die Zettelwirtschaft ab, das Suchen, das Hoffen, das Warten. Was sie uns nicht abnehmen kann und soll, ist die Verbindung selbst. Und solange das so bleibt, hat die Partnersuche im Internet noch sehr viel Potenzial, besser zu werden. Wer mehr ueber gesellschaftliche Themen aus der Region lesen will, findet bei den Nachrichten aus Magdeburg regelmaessig spannende Einblicke in den Alltag der Stadt.

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Quelle: Beige Bear/pedom

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