Rekord beim Tag der Industriekultur am 12. April in Sachsen-Anhalt

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An mehr als 100 Orten öffnen am 12. April 2026 landesweit Türen, Tore und alte Schächte

Mit mehr als 100 Schauplätzen stellt der 16. Tag der Industriekultur (TIK) 2026 in Sachsen-Anhalt einen neuen Rekord auf. Am Sonntag, 12. April 2026, öffnen zwischen Havelberg und Zeitz, Blankenburg (Harz) und Annaburg Fabriken, Bergwerke, Werkssiedlungen sowie Industrie- und Technikmuseen ihre Tore – darunter viele Orte, die sonst für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben.

Engagierte Vereine, Ehrenamtliche und Unternehmen lassen Maschinen rattern, Motoren tuckern und Schlote rauchen. Sie erzählen von Arbeit und Erfindergeist und zeigen, wie tief Industriekultur im Land verwurzelt ist. Zusätzlich werden Führungen, Vorträge und Touren mit historischen Fahrzeugen angeboten. So wird die Industriegeschichte Sachsen-Anhalts einen Tag lang wieder erlebbar. Mit der Anzahl von 100 Standorten erinnert das Netzwerk Industriekultur Sachsen-Anhalt (NIK), das den landesweiten Aktionstag organisiert, zudem an das Jubiläum 100 Jahre Bauhaus in Dessau (2025/26).

Zu den besonderen Spots gehören einige der spannendsten Zeugnisse der Industriegeschichte Sachsen-Anhalts: So gibt es im Norden des Landes dank des Engagements des Vereins „Aus einem Guss“ e.V. die faszinierende Verbindung von Raseneisenerz und Gartenkunst zu entdecken. Der Verein setzt sich für die touristische Erschließung historischer Industrieanlagen in der Region ein. Bei thematischen Sonderführungen durch Stadt und Park werden unter anderem das Alte Schloss und die ehemalige Modelltischlerei geöffnet.

In der Landeshauptstadt Magdeburg öffnet im H2O-Turmpark Magdeburg-Salbke der historische Wasserturm seine Türen. Bei Führungen können Besucher den markanten Industriebau erklimmen und hautnah erfahren, welche Rolle solche Türme einst für die städtische Wasserversorgung spielten. Im Harz wird es zischend heiß: Im Hüttenmuseum Thale, das die Entwicklung des Eisenhüttenwerks von einer kleinen Blechhütte zum Großbetrieb anschaulich nachzeichnet, ist eine Heißdampfmaschine von 1911 mit 1.500 PS in Betrieb zu hören und zu sehen.

Ein Highlight ist auch die diesjährige offizielle Eröffnungsveranstaltung: Sie findet bereits am Donnerstag, 9. April, in der „wiederentdeckten“ Kraftmaschinenhalle in Dessau statt. Die Halle wurde vom berühmten Künstler, Architekten und Designer Peter Behrens für die Weltausstellung 1910 in Brüssel entworfen, dort nach dem Ende der Ausstellung abgebaut, verkauft und später in Dessau wieder aufgebaut. Die zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene Halle gilt heute als Schlüsselwerk der modernen Industriebaukunst in der Bauhaus-Stadt Dessau.

Im Rahmen des TIK 2026 lädt außerdem bereits vorab am 10. und 11. April das „Offene Werktor“ Interessierte dazu ein, bei Führungen einen Blick hinter die Kulissen verschiedener Unternehmen zu werfen. Dieser Programmteil findet in diesem Jahr schwerpunktmäßig im Burgenlandkreis statt.

Alle Infos, Schauplätze und Öffnungszeiten unter: www.industriekultur-sachsen-anhalt.de

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Quelle: Christian Schulze / agentur pres(s)tige am 20. März 2026

Foto: Hüttenmuseum Thale (c) Andreas Trogisch