Die Auswirkungen des Wintersturms Elli waren die heftigsten der letzten 10 Jahre: Schnee und Eis auf rund 3.000 Kilometern des Schienennetzes in Norddeutschland forderten die Mitarbeitenden und Schneeräumfahrzeuge der Deutschen Bahn auf das Äußerste. Der betroffene Bereich entspricht in etwa dem Gesamtnetz der SBB in der Schweiz.
Niedersachsen und Schleswig-Holstein waren aufgrund der flachen Topografie besonders von Schneeverwehungen und eingefrorenen Weichen betroffen. Im wichtigen Bahnknoten Hannover musste der Fernverkehr am Freitag und Samstag eingestellt werden. Damit gab es auch Auswirkungen bis nach NRW und Berlin. Um diese Strecken schnellstmöglich zu räumen, hatte die DB drei Dutzend Schneeräumfahrzeuge im Norden im Einsatz. Spurloks sind auch nachts gefahren, um die Strecken freizubekommen und E-Loks, um Oberleitungen vor dem erneuten Vereisen zu schützen. Große Teile der betroffenen Korridore mussten händisch von Eis und Schnee befreit werden.
Schneeverwehungen führten zu massiven Weichenstörungen
Schneeverwehungen machten bereits geräumte Gleise wieder unbefahrbar und weitere Räum- und Erkundungsfahrten nötig. Das Technische Hilfswerk hatte insbesondere in den Mittelgebirgslagen unterstützt, Zugänge zu Eisenbahntunneln freizuräumen und Rettungsplätze zugänglich zu machen. Trotz vorhandener Technik war vielerorts schwere Handarbeit gefordert. Täglich waren rund 5.000 Mitarbeitende auf den Strecken unterwegs, um vor allem eingefrorene Weichen vom Eis zu befreien. Allein im norddeutschen Netz sind 7.800 der 9.230 Weichen beheizt. Bei Schneeverwehungen oder Eis kommen aber auch Weichenheizungen an ihre Grenze. In der Spitze waren bis zu 100 Weichen zeitgleich gestört.
Durch ein konsequentes und umfangreiches Vegetationsmanagement gab es kaum Einschränkungen durch Bäume, die durch die Schneelast ins Gleis gefallen sind.
Sicherheit hat oberste Priorität: vorbeugende Maßnahmen haben sich bewährt
Sicherheit und Gesundheit von Reisenden und DB-Mitarbeitenden haben immer oberste Priorität. Es ist der DB gelungen, dass kein Fernverkehrszug auf freier Strecke liegen geblieben ist, unter anderem durch ein vorsorglich reduziertes Angebot im Fernverkehr. Insgesamt rund 700 ICE- und IC-Züge sind in diesem Zeitraum witterungsbedingt komplett ausgefallen. Weitere etwa 400 Züge konnten auf einzelnen Abschnitten nicht verkehren (Teilausfälle).
Züge zum Aufwärmen – hunderte Mitarbeitende betreuten Reisende in den Bahnhöfen
Durch die vorbeugenden Maßnahmen konnten kritische Situationen vermieden und die Fahrgäste in den Bahnhöfen betreut werden. Dort standen insgesamt 15 Aufenthaltszüge bereit. Etwa 800 Mitarbeitende der DB haben sich täglich an den Stationen um die Reisenden gekümmert. Die extra eingerichtete Sonderhotline verzeichnete rund 30.000 Anrufe.
Die DB bedankt sich noch einmal bei allen Reisenden für ihre Geduld und ihr Verständnis. Viele haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, aufgrund der Kulanzregelung ihre Reise zu verschieben.
——
Quelle: DB-Newsroom am 13. Januar 2026
Foto: Einsatz einer Schneefräse in der Nähe von Braunschweig (© Deutsche Bahn AG / Jonas Wresch)
