VdK fordert mutigen Schritt fĂŒr gerechte Pflegereform

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Am 7. Juli tritt erstmals die Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe zusammen, um die Weichen fĂŒr die im Koalitionsvertrag angekĂŒndigte umfassende Pflegereform zu stellen. VdK-PrĂ€sidentin Verena Bentele (Foto) verlangt von den Teilnehmenden zukunftsfĂ€hige Konzepte:

„FĂŒr die Pflege der Zukunft benötigen wir große, mutige Schritte. Sie muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen und eine gerechte und flĂ€chendeckende Versorgung sichergestellt werden. Alle Menschen sollten unabhĂ€ngig von ihrem Wohnort oder ihrer finanziellen Situation die Pflege erhalten, die sie benötigen und verdienen.

Die Situation in der hĂ€uslichen Pflege in Deutschland ist alarmierend. Derzeit werden rund 86 Prozent der PflegebedĂŒrftigen zu Hause versorgt, wobei Angehörige einen Großteil der Pflege ĂŒbernehmen. Sie leiden unter erheblichen Belastungen: Fast die HĂ€lfte reduziert fĂŒr die Pflege ihre Arbeitszeit. DarĂŒber hinaus vernachlĂ€ssigen ĂŒber 50 Prozent der Pflegenden ihre eigene Gesundheit aufgrund der hohen Anforderungen.

Das erklĂ€rte Ziel der Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe sollte die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung und ihrer Finanzierung sein. Die Versorgungsstruktur muss, erst recht mit Blick auf den demografischen Wandel, dringend an die BedĂŒrfnisse der pflegenden Angehörigen angepasst werden. Pflege darf in Zukunft nicht vom Wohnort abhĂ€ngen. Die Sicherstellung einer gerechten Pflegeversorgung sollte als Pflichtaufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge etabliert werden, vollstĂ€ndig finanziert von Bund und LĂ€ndern. Die Kommunen sind der einzige Akteur, der familiĂ€re, nachbarschaftliche, berufliche und professionelle Formen der Hilfe fĂŒr eine flĂ€chendeckende und bedarfsgerechte Versorgung in die Hand nehmen und zusammenfĂŒhren kann.

Ein zentrales Problem stellt die nachhaltige Finanzierung der Pflege dar. Hier mĂŒssen Bund und LĂ€nder in einem ersten Schritt ihren Verpflichtungen nachkommen und der Pflegeversicherung die Ausgaben fĂŒr gesamtgesellschaftliche Aufgaben erstatten – etwa die Pandemiekosten, die RentenversicherungsbeitrĂ€ge pflegender Angehöriger und die Investitionskosten. Aber stattdessen lĂ€sst der Bund die Pflegeversicherung am ausgestreckten Arm verhungern.

Auch fĂŒr die grundlegende Reform der Finanzierung liegen mit dem Bericht der letzten Bundesregierung alle VorschlĂ€ge auf dem Tisch. Der VdK setzt sich fĂŒr die EinfĂŒhrung einer einheitlichen Pflegeversicherung ein, in der sich alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger versichern und in die alle Einkommensarten einbezogen werden.

Ich erwarte von der Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe zur Pflegereform konkrete, zukunftsfĂ€hige Lösungen, die die Pflegeversicherung nachhaltig sichern und den Menschen konkret helfen.“

Quelle: Sozialverband VdK am 05. Juli 2025

Foto: VdK-PrÀsidentin Verena Bentele © Susie Knoll